Arbeitslosigkeit: Zeit sinnvoll nutzen

Jessika WolmeringerJessika WolmeringerJobsuchevor 2 Monaten127 Views

Arbeitslosigkeit kann jeden treffen. Plötzlich fehlt die gewohnte Struktur, der Kontakt zu Kollegen und oft auch das Gefühl, gebraucht zu werden. Viele empfinden diese Zeit zunächst als Stillstand oder als Lücke im Lebenslauf. Dabei lässt sich Arbeitslosigkeit aktiv gestalten, wenn du die Phase bewusst nutzt, um dich weiterzuentwickeln und neue Perspektiven zu schaffen. Denn du solltest deine freie Zeit nicht nur mit Bewerbungen und dem Warten auf Antworten, die vielleicht nie kommen werden, verbringen.

Du kannst die Zeit sinnvoll nutzen, um deine Fähigkeiten auszubauen, Kontakte zu pflegen, eigene Projekte voranzutreiben oder wertvolle praktische Erfahrungen zu sammeln. Wie du mit klug gewählten Tätigkeiten dein Selbstvertrauen stärkst und deine Chancen auf einen neuen Job verbesserst, erkläre ich dir in diesem Artikel.

Weiterbildung & Qualifizierung

In Zeiten ohne feste Anstellung ist Weiterbildung dein größter Hebel, um potenzielle Arbeitgeber zu beeindrucken. Während du darauf wartest, dass sich eine passende Stelle ergibt, kannst du aktiv dafür sorgen, dass du fachlich und persönlich besser dastehst als viele andere Bewerber. Fachliche Weiterbildungen oder das Lernen einer neuen Sprache können die Tür zum nächsten Job öffnen, denn sie sind echte Karriere‑Booster.

Was du jetzt tun kannst

Richte deinen Blick vor allem auf Angebote, die dich beruflich weiterbringen. Dazu zählen beispielsweise:

  • Fachliche Weiterbildungen: Das Angebot an fachlichen Weiterbildungen reicht von der Toolnutzung bis zu spezialisierten Branchenkenntnissen. Mit diesen Kursen kannst du auch in der Arbeitslosigkeit auf dem Laufenden bleiben. Was tut sich in deinem Arbeitsbereich? Welche neuen Tools gibt es? Zudem kannst du deine Kenntnisse und Fähigkeiten auf neue Gebiete ausweiten.
  • Sprachkurse: In nahezu jedem Beruf sind Fremdsprachenkenntnisse von Vorteil. Deswegen lohnt es sich immer, wenn du an deinen Englischkenntnissen arbeitest. Zudem kannst du auch eine weitere Fremdsprache lernen, wenn diese in deiner Branche besonders gefragt ist.
  • Soft‑Skill‑Trainings: Viele Arbeitgeber suchen das Gesamtpaket aus Hard und Soft Skills. Arbeite also an deinen persönlichen Baustellen, um dich als Bewerber attraktiver zu machen. Die Themen der Kurse reichen von Kommunikation über Projektarbeit bis Zeitmanagement.
  • Studium: Ein Studium eröffnet dir ganz neue berufliche Möglichkeiten. Es gibt unzählige Anbieter, die auch berufsbegleitende Varianten wie ein Abendstudium oder ein Fernstudium ermöglichen. Diese sind besonders flexibel.

Wähle die Weiterbildungsangebote, die sich am besten in deinen Alltag integrieren lassen. Hierbei solltest du die Veranstaltungsart (Präsenz oder online) genauso berücksichtigen wie die Dauer und Flexibilität der Teilnahme. Weiterbildungen, die nur einen Tag oder wenige Wochen in Anspruch nehmen, kannst du sehr gut in deinen Alltag integrieren. Wenn du eine längerfristige Weiterbildung wie ein Studium planst, solltest du darauf achten, dass dies auch mit einem zukünftigen Job vereinbar ist. Ansonsten müsstest du die Weiterbildung beim Antritt eines neuen Jobs beenden.

Warum Lernen dir jetzt hilft

Mit Weiterbildungen stärkst du dein Selbstvertrauen ganz automatisch, weil du aktiv an deiner Situation arbeitest und damit das Gefühl hast, voranzukommen. Du fühlst dich deiner Arbeitslosigkeit weniger ausgeliefert und nutzt deine Zeit sinnvoll. Zudem bekommst du durch neue Kompetenzen ein klareres Profil, das du in deinem Lebenslauf und bei Bewerbungen präsentieren kannst. Du kannst deine Kenntnisse mit Zertifikaten belegen, was deine Chancen auf dem Arbeitsmarkt verbessert.

Mit der Teilnahme an Kursen – egal, ob in Präsenz oder online – kannst du zudem dein Netzwerk erweitern und interessante Branchenkontakte knüpfen. Durch diese findest du ggf. sogar schneller einen neuen Job.

Wie es in der Bewerbung wirkt

Weiterbildungen lassen sich hervorragend im Lebenslauf platzieren. So vermeidest du Lücken und zeigst, dass du die Arbeitslosigkeit aktiv nutzt, um ein besserer Arbeitnehmer zu werden. Du hast ein berufliches Ziel vor Augen und das kommt bei Personalern gut an.

Auch im Anschreiben kannst du auf deine Weiterbildung eingehen und zeigen, dass du mit verbesserten Fähigkeiten in den Startlöchern für einen neuen Job stehst.

Netzwerken & Sichtbarkeit erhöhen

Wer Vitamin B hat, findet schneller einen Job. Das war schon seit jeher so. Viele Jobs werden nie öffentlich ausgeschrieben. Sie werden vergeben, weil jemand jemanden kennt. Genau hier liegt eine große Chance während der Arbeitslosigkeit: Du hast Zeit, um sichtbar zu werden und Beziehungen aufzubauen, die dir jetzt oder später Türen öffnen können. Und keine Sorge, wenn du noch unerfahren bist: Du kannst Netzwerken lernen.

Wo du sichtbar wirst

Soziale Netzwerke sind ein guter Anfang, um Branchenbeziehungen zu erweitern und zu festigen. Hierfür bieten sich XING und LinkedIn an. Wenn du bereits ein vorhandenes Profil hast, solltest du dein XING- und LinkedIn-Profil optimieren und stets aktuell halten. So können auch Personaler auf dich aufmerksam werden. Folge den Meinungsführern deiner Branche, kommentiere und knüpfe Kontakte. Tausche dich auch mit ehemaligen Kollegen aus, die die Firma gewechselt haben, um ggf. über diese zu erfahren, ob für dich relevante Stellen in deren Unternehmen zu besetzen sind.

Lokale Events und Fachveranstaltungen bieten dir die Möglichkeit, mit anderen persönlich ins Gespräch zu kommen. Nutze die geknüpften Kontakte und vernetze dich in den sozialen Netzwerken mit den interessantesten Personen, die du auf derartigen Veranstaltungen kennenlernst. So kannst du diese Beziehungen weiterhin pflegen und vertiefen.

Warum das wichtig für deine Bewerbung ist

Netzwerken stärkt einerseits deine Chancen auf einen neuen Job, andererseits profitiert dein Selbstwertgefühl. Du bist weiterhin Teil deiner Branche, auch wenn du deinen Job verloren hast und der tägliche Kontakt zu Kollegen, Kunden und Lieferanten fehlt. Zudem bringst du dich aktiv ins Gespräch. Je öfter dein Name fällt oder dein Profil gesehen wird, desto eher bleibst du im Gedächtnis. Vielleicht erinnert sich ein Personaler an dich, wenn er eine passende Stelle zu besetzen hat.

Nutze Zeiten, in denen du arbeitlos bist

Projekte & Portfolio-Arbeitsproben

Nicht jede Stärke passt sauber in einen Lebenslauf. Und nicht jede Fähigkeit entsteht im klassischen Arbeitsverhältnis. Genau hier kommen eigene Projekte ins Spiel. Sie sind eine hervorragende Möglichkeit, während der Arbeitslosigkeit aktiv zu bleiben. Gleichzeitig hast du etwas vorzuweisen, das weit über bloße Schlagworte hinausgeht.

Ob eigene Website, Blog, Social-Media-Projekt oder ein fachliches Portfolio: Eigenprojekte machen Kompetenzen sichtbar. Sie zeigen nicht, was du behauptest zu können, sondern was du tatsächlich umsetzt. Für viele Arbeitgeber ist das überzeugender als jedes Arbeitszeugnis.

Webseite & Blog

Eine Webseite kann für dich viele unterschiedliche Aufgaben erfüllen. So kannst du z. B. eine Seite zu deiner Person erstellen und Arbeitsproben vorstellen. Diese Webseitenart ist besonders beliebt bei Designern und Fotografen, da deren Webseiten vor allem von beeindruckenden Grafiken und Bildern leben. Du kannst aber auch eine Webseite zu einem bestimmten Thema erstellen. Besonders interessant für Arbeitgeber ist natürlich eine Webseite zu einem stellenrelevanten Thema. Aber auch mit anderen Webseiten kannst du punkten. Denn eine Webseite verlangt technisches Verständnis. Wenn du eine fachliche Webseite oder einen Blog auf die Beine stellst, musst du zudem Themen recherchieren und dir Wissen aneignen. Potenzielle Arbeitgeber können über eine Webseite oder einen Blog auch deinen Schreibstil kennenlernen.

Social-Media-Account

Mit einem Social-Media-Account kannst du ebenfalls deine Begeisterung für ein bestimmtes Thema unterstreichen. Zudem kannst du zeigen, dass du strategisch denkst und deine Zielgruppe kennst. Vor allem Bewerber, die in Marketingabteilungen arbeiten wollen, profitieren von gut geführten Social-Media-Accounts. Aber auch in anderen Berufsfeldern kannst du mit Facebook, Instagram & Co. punkten, indem du dein Fachwissen unter Beweis stellst. Für einen fachlichen Austausch eignen sich vor allem die beruflichen Netzwerke XING und LinkedIn.

Portfolioaufbau

Arbeitslosigkeit ist der beste Zeitpunkt, um das Projekt durchzuziehen, das von deinen bisherigen Arbeitgebern immer abgelehnt wurde. Ob du ein nützliches Tool programmieren, eine Recruitingkampagne entwerfen oder einen neuen Slogan entwickeln wolltest: Jetzt hast du Zeit, um deiner Kreativität freien Lauf zu lassen. Und das Beste daran ist: Du kannst die Ergebnisse deinem persönlichen Portfolio hinzufügen.

Eigenprojekte stärken dein Selbstvertrauen. Du siehst schwarz auf weiß, was du leisten kannst. Und genau diese Selbstsicherheit spüren auch Personaler.

Jessika Wolmeringer

Was es deinem Lebenslauf bringt

Alle Eigenprojekte kannst du in deiner Bewerbung angeben. Sie zeigen jedem Personaler, dass du auch in Zeiten der Arbeitslosigkeit nicht untätig bist und deine Fähigkeiten einsetzt, um dich neuen Herausforderungen zu stellen. Du kannst die Ergebnisse deines Schaffens vorweisen. Du bist ein Macher und das kommt gut an.

Ehrenamt & gesellschaftliches Engagement

Ehrenamtliche Arbeit wird oft unterschätzt, dabei ist sie eine der sinnvollsten Möglichkeiten, Arbeitslosigkeit aktiv zu gestalten. Wer sich engagiert, übernimmt Verantwortung, sammelt Erfahrungen und bleibt im Austausch mit anderen Menschen. Genau das, was im Berufsleben zählt. Ein Ehrenamt beweist Haltung, Einsatzbereitschaft und soziale Kompetenz.

Warum Ehrenamt?

Ehrenamtliches Engagement macht sichtbar, wie du arbeitest. Du organisierst, kommunizierst, koordinierst oder unterstützt. Du agierst unter realen Bedingungen und mit echten Herausforderungen. Dabei entstehen Fähigkeiten, die Arbeitgeber sehr schätzen: Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit, Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein.

Gesellschaftliches Engagement bringt dich automatisch mit neuen Menschen zusammen. Du lernst andere Ehrenamtliche kennen, oft aus ganz unterschiedlichen beruflichen Hintergründen. Daraus entstehen Kontakte, Empfehlungen und manchmal sogar neue berufliche Perspektiven. Gleichzeitig gibt dir das Engagement Sinn und Struktur. Du wirst gebraucht und erlebst Wertschätzung.

Wie es im Lebenslauf zur Geltung kommt

Du solltest deine ehrenamtliche Tätigkeit nicht einfach nur im Lebenslauf benennen, sondern auch kurz beschreiben, was du konkret machst und welche Kompetenzen du dabei einsetzt. So wird aus der freiwilligen Arbeit ein klarer Pluspunkt für deine Bewerbung. Dennoch solltest du bei einem ehrenamtlichen Engagement auch bedenken, dass es Arbeitgeber gibt, die Bewerber mit Ehrenamt nicht einstellen. Hierbei musst du abwägen, ob es dir wichtiger ist, unbedingt einen Job zu haben – ganz gleich unter welchen Arbeitsbedingungen –, oder ob du lieber auf einen Arbeitgeber wartest, der dein Engagement zu schätzen weiß.

Alternativen zur Festanstellung

Arbeitslosigkeit muss nicht gleich Stillstand bedeuten. Alternative Arbeitsformen wie Freelancing, Nebenjobs, Praktika oder Projektarbeit sind perfekte Möglichkeiten, um aktiv zu bleiben und Geld zu verdienen. Auch wenn sie „nur nebenbei“ gemacht werden, sammelst du in diesen Jobs Erfahrungen, Fähigkeiten und Kontakte, die oft Gold wert sind.

Welche Möglichkeiten es gibt

Der Arbeitsmarkt für Minijobs, Freelancerprojekte und ähnliche Anstellungen ist groß. Konzentriere dich vor allem auf folgende Angebote:

  • Freelancing oder Projektarbeit: Nutze deine fachlichen Stärken, um temporäre Aufträge zu übernehmen. So kannst du Erfahrung in neuen Positionen und Firmen sammeln. Manchmal ergibt sich aus dieser Zusammenarbeit auch eine Festanstellung.
  • Nebenjobs: Bewirb dich auf Nebenjobs, die deinen beruflichen Werdegang bereichern, indem du z. B. in angrenzende Branchen reinschnupperst.
  • Praktika: Vor allem für Berufseinsteiger, die Schwierigkeiten haben, eine erste Festanstellung zu finden, eignen sich Praktika.

Warum dein Lebenslauf davon profitiert

Jede berufliche Tätigkeit zeigt Verantwortungsbewusstsein, Initiative und Lernbereitschaft. Anstatt eine Lücke zu erklären zu müssen, kannst du konkret aufzeigen, dass du dich von Problemen nicht unterkriegen lässt. Du hast die Arbeitslosigkeit als Chance verstanden und bist aktiv geworden, indem du z. B. übergangsweise einen Minijob angenommen hast.

Die kleinen Arbeitsformen kannst du im Lebenslauf in deinen beruflichen Werdegang einfügen. Auch hier gilt, wie für jede Anstellung: Beschreibe kurz, welche Aufgaben du übernommen, welche Kompetenzen du eingesetzt und welche Ergebnisse du erzielt hast.

Wie du siehst, gibt es zahlreiche Möglichkeiten, deine Arbeitslosigkeit in eine produktive Phase zu verwandeln, die du auch Personalern gut verkaufen kannst.

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